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Familien brauchen mehr als gute Worte – Koalitionsvertrag bleibt hinter Erwartungen zurück

15.​05.​2026

Potsdam, 15. Mai 2026 – Anlässlich des Internationalen Tages der Familie mahnt die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land Brandenburg eine stärkere politische Priorisierung von Familienbelangen an. Der aktuelle Koalitionsvertrag der Landesregierung aus SPD und CDU enthält zwar wichtige Zielsetzungen, bleibt aus Sicht der Familien jedoch in zentralen Punkten unzureichend.

 

„Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass politische Entscheidungen ihre Lebensrealitäten konsequent in den Mittelpunkt stellen“, erklärt die LAG der Familienverbände. Der vorgelegte Koalitionsvertrag „Verantwortung für Brandenburg“ formuliert zahlreiche Vorhaben, steht jedoch insgesamt unter erheblichem finanziellem Vorbehalt und lässt vielfach konkrete Maßnahmen vermissen.

 

Positiv bewertet die LAG, dass Bildung und soziale Themen weiterhin als zentrale Handlungsfelder benannt werden. So sollen unter anderem zusätzliche Lehrkräfte eingestellt und die Bildungsqualität gestärkt werden. Auch die grundsätzliche Anerkennung der Bedeutung von Familien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wird ausdrücklich begrüßt.

Gleichzeitig sieht die LAG erhebliche Defizite: Viele Vorhaben bleiben vage oder unverbindlich formuliert. Dies betrifft insbesondere die finanzielle Entlastung von Familien, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Sicherstellung bezahlbaren Wohnraums. Gerade im Bereich Wohnen fehlen konkrete Maßnahmen, obwohl steigende Kosten viele Familien stark belasten.

 

Auch aus anderen gesellschaftlichen Perspektiven wird kritisiert, dass der Koalitionsvertrag zentrale soziale Fragen nicht ausreichend adressiert. So werden etwa Lücken in der Gleichstellungspolitik sowie fehlende konkrete Umsetzungsstrategien bemängelt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass ambitionierte Ziele formuliert werden, ohne die notwendigen Instrumente zur Umsetzung klar zu benennen.

Vor dem Hintergrund knapper Haushaltsmittel besteht zudem die Gefahr, dass notwendige Investitionen in die Infrastruktur für Familien – von Kitas über Schulen bis hin zu Beratungsangeboten – nicht im erforderlichen Umfang umgesetzt werden. Der angekündigte Sparkurs setzt hier enge Grenzen.

 

Die LAG der Familienverbände appelliert daher an die Landesregierung, im weiteren politischen Prozess nachzuschärfen: „Familienpolitik darf nicht unter Finanzierungsvorbehalt stehen. Sie ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Wir erwarten konkrete Maßnahmen, verlässliche Finanzierung und eine konsequente Beteiligung von Familien an politischen Entscheidungen.“

Zum Internationalen Tag der Familie fordert die LAG, Familien stärker als eigenständige gesellschaftliche Akteure wahrzunehmen und ihre Interessen verbindlich in allen Politikfeldern zu berücksichtigen.

Kontakt:
Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land Brandenburg

 
Themenjahr 2026: „Familie und häusliche Pflege – Sorgearbeit gemeinsam gestalten“
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Familien leisten einen zentralen Beitrag zur Pflege in Brandenburg. Ein großer Teil der pflegebedürftigen Menschen wird nicht in stationären Einrichtungen, sondern im häuslichen Umfeld versorgt – meist von Angehörigen. 

 

Diese Sorgearbeit ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar, bleibt jedoch häufig unsichtbar und stellt Familien vor große organisatorische, finanzielle und persönliche Herausforderungen.

 

Durch Fachveranstaltungen, Dialogformate, Fachgespräche sowie wissenschaftliche und politische Beiträge will die LAGF gemeinsam mit ihren Partnern einen Beitrag für die zukunftsfähige Pflegepolitik mitzugestalten. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für Landespolitik und Kommunen zu erarbeiten, bestehende Entlastungsangebote bekannter zu machen und neue Wege zur Unterstützung von Familien in Pflegeverantwortung aufzuzeigen.